Flash – Elemente richtig benennen

Manche Dinge scheinen so offensichtlich, dass ich gar nicht daran denke, über sie zu schreiben. Zwei Wochen in einer großen Werbeagentur haben mich eines besseren belehrt.
Die extreme Kurzfassung: Ebenen und Instanzen in Flash brauchen sinnvolle Namen. Die Bibliothek muss mit Ordnern strukturiert werden.
Die Hintergründe, Beispiele und meine Methoden zur effektiven Benennung von Elementen gibt es beim Weiterlesen…
Mein Job der letzten Wochen war, Flash-Werbemittel neu zu entwickeln oder zu finalisieren. Gerade bei aufwändigen Sonderinszenierungen mit komplexen Videoinhalten gehen die Quelldateien oft durch mehrere Hände. Ich bin dann der letzte in der Reihe und habe die Aufgabe, sie zu komplettieren, an die Wünsche von Vermarktern anzupassen und in die bekannteren Ad-Systeme wie eyeWonder/adWonder zu integrieren.
Eigentlich könnte das ein sehr geradliniger Job sein, aber was ich in der Regel an Quelldaten erhalte ist eine Katastrophe. Das Werbemittel nicht unbedingt auf höchstem Niveau programmiert sind, kann ich verstehen. Aber für das heillose Chaos in ihnen gibt es keinen Grund.
Die Grundregel
Deshalb möchte ich an dieser Stelle eine Bitte an alle gegenwärtigen und zukünftigen Flasher/Werbemittler (und auch an die Photoshop-Profis) richten: benennt ALLES und zwar SINNVOLL.
Ein kleines Experiment verdeutlicht den Unterschied: decke zunächst die rechte Seite der Abb. 1 mit der Hand ab und versuche dir vorzustellen, was in dieser Flash-Datei enthalten ist. Nun versuche das ganze umgekehrt.

Abb. 1
Symbole und Ebenen zu bennenen ist eine Sache von Sekunden, spart aber später unbezifferbare Zeit und Nerven. Nicht nur, wenn die nächste Person an einem Projekt arbeitet, auch man selbst profitiert von Ordung und Übersicht. Gerade bei vielfach verschachtelten Flash-Werbemitteln kann die Suche nach den richtigen Inhalten schnell mehr als eine Minute dauern. Über Wochen und Monate kommen so Stunden und Tage zusammen, die vermeidbar gewesen wären.
Bessere Workflows durch sinnvolle Namen
Wenn man sich ein System zur Bennenung von Symbolen, Instanzen und Ebenen ausgedacht hat, können dadurch beschleunigte Workflows entstehen. Ich folge beispielsweise diesen einfachen Regeln:
- jedes Symbol wird nach seinem Inhalt benannt und enthält eine Endung, die den Inhaltstyp beschreibt: _mc für MovieClips, _txt für Texte, _bmp für Bitmaps usw.
- jede Ebene enthält nur ein Symbol und erhält dessen Namen, d.h. die Ebene “headline_mc” enthält die MovieClip-Instanz “headline_mc”
- wenn möglich wird eine Instanz genauso benannt wie ihr Symbol, d.h. die Instanz “headline_mc” in der Ebene “headline_mc” basiert auf dem Symbol “headline_mc”
- eine Ebene mit ActionScript wird immer nach der Instanz benannt, in der sie liegt. Z.b. heißt die ActionScript-Ebene in der Instanz “content_mc” dann “as content_mc”
Zunächst ermöglicht dies schnelles Auffinden und Auswählen der gewüschten Ebenen. Viel wichtiger und praktischer ist es allerdings im Zusammenhang mit der Programmierung von Actionscript. Ein Blick in die Timeline genügt, um die Namen von Instanzen zu sehen, eine Auswahl ist nicht mehr nötig. Durch die konsequente Benamung wird das Actionscript nebenbei auch noch besser lesbar.

Abb. 2
Da sich ActionScript oft über verschiedene verschachtelte Instanzen verteilt mache ich jede Ebene im Code-Fenster sticky (Abb. 2). Durch ihre eindeutigen Namen kann ich sie unabhängig von der geöffneten Timeline auswählen und damit auch bei komplexen Zusammenhängen den Überblick behalten. Das Ergebnis: schnelle und effiziente Arbeit mit einer minimalen Fehlerquote.
Abschließend sei gesagt: schlecht oder gar nicht benannte Elemente weisen auf schlampige und lieblose Arbeit hin, nichts verrät den Unterschied zwischen einem Profi und einem blutigen Anfänger schneller.
2 Kommentare zu "Flash – Elemente richtig benennen"
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Es ist kein Thema, ein Blick in die FLA Datei und ein Profi ist sofort von einem “sogenannten Profi” zu unterscheiden. Leider sind aber wirklich gute Flasher sehr dünn gesäht. Schade eigentlich.
Beim Benennen von Ebenen/Clips, etc… (wie übrigens auch beim Benennen von Klassen, Funktionen, Variablen im ActionScript…) wird leider ständing geschlampt. Motto nach mir die Sintflut… Kenne ich leider nur zu gut.
Eine “Verbesserung” hätte ich noch anzubieten: ich benenne die Clips mit ihrer Eigenschaft vorangestellt, also nicht headline_mc sondern mc_headline. Somit liegen ähnliche Clips auch immer schön sortiert in der Library. Besser ist auch nicht “mc_” zu verwenden (dass es ein movieClip ist, erkennt man ja eh am Symbol) sondern beschreibende Kürzel wie pic_, anim_, btn_ (auch wenn es sich nicht um ein Button-Symbol handelt), loop_, etc…