Explorer 6 und die 80/20-Regel
Das Pareto-Prinzip oder die sog. 80/20-Regel besagt, dass 80 % der Ergebnisse mit 20 % des Arbeitseinsatzes erreicht werden. Die verbleibenden 20 % verursachen die meiste Arbeit.
Und wie jeder Webdesigner weiß besteht Webdesign zu 20% aus Kreativität und zu 80% aus Browseranpassung an den Internet Explorer 6. Andererseits verwenden (zumindest in den mir zugänglichen Statistiken) nur ca. 10% der Surfer heute noch IE6. Es lohnt sich also zu überlegen, ob man wegen dieser Minderheit wirklich Unmengen an Zeit investieren sollte. Das schlimmste dabei ist weniger, dass es einen enormen Aufwand bedeutet, sondern dass man sich damit unzählige kreative Möglichkeiten verschließt. Im IE6 sind viele der “neueren” CSS-Features einfach nicht zu realisieren. Die Websites, die darauf rücksicht nehmen, sehen entsprechend aus.
Ich versuche den Anpassungswahn möglichst zu vermeiden und mache meinen Kunden lieber bewusst, dass diese 10% der potentiellen Website-Besucher 80% der Webdesign-Kosten verursachen werden. Ob diese Investition lohnt, muss jeder für sich entscheiden.
UPDATE: Auf dem Entwickler-Blog von Digg ist ein interessanter Artikel zu dieser Thematik erschienen. Offenbar verwenden auch auf einer der meistbesuchtesten Website Amerikas nur noch 10% der Surfer den IE6.
UPDATE 2: Auch Youtube wird offenbar in näherer Zukunft den Support für den IE6 komplett einstellen, zumindest laut diesem Bericht auf TechCrunch.
5 Kommentare zu "Explorer 6 und die 80/20-Regel"
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Das ist mal ein schlauer Anwendungsbereich der Regeln des alten Herrn Pareto. Würde sich jeder dran halten, müsste man sich bald gar nicht mehr mit den restlichen 10% beschäftigen ….
Sag den Kunden, sie sollen diesen Button in ihre Homepage einbauen – dann ist alles klar
http://www.dansimard.com/not_tested_in_ie/
UPDATE: Auf dem Entwickler-Blog von Digg ist ein interessanter Artikel zu dieser Thematik erschienen. Offenbar verwenden auch auf einer der meistbesuchtesten Website Amerikas nur noch 10% der Surfer den IE6.
Auch wenn ich das Paretoprinzip dadurch nicht falsifizieren will, es lässt sich nicht universell auf “Webdesign und IE6″ anwenden: Die 10% IE6-Benutzer benötigen bei mir auch recht genau diese 10% Mehraufwand in der Entwicklung von CSS und präsentationslastigem JavaScript – meistens ist es mit kleinen Workarounds für alpha-transparentes, dem Anwenden von hasLayout und dem Beheben von einigen kleinen speziellen CSS-Quirks schon erledigt. Die 80% kann ich beim besten Willen nicht bestätigen. Was mache ich falsch?
@Freddy:
Ich glaube du machst nichts falsch, sondern alles richtig. Es hängt sicher sehr vom jeweiligen Layout und den gewünschten CSS-features ab, wie viel Stress der IE6 verursacht. Dank deiner langjährigen Erfahrung fällt dir vielleicht gar nicht mehr auf, was alles angepasst werden muss.