Video-Streaming mit kewego
kewego ist ein Video-Hosting-Service, der sich klar an professionelle Anbieter von Video-Inhalten wie Fersehsender und Unternehmen wendet. Vor zwei Wochen hatte ich Gelegenheit, eine komplexere Video-Anwendung in Flash mit ActionsScript 3 für eine Werbeagentur zu bauen und mit der kewego-API zu verknüpfen.
Meine Erfahrungen mit kewego und seiner API findet ihr im Artikel…kewego bietet eine angenehm einfache und gleichzeitig umfangreiche API zum Abruf von Videoinhalten an. Alles basiert auf leicht verständlichem XML bzw. JSON. Die Videos werden klassisch als FLV-Dateien gestreamt und es steht auch die Möglichkeit bereit, Videodateien als Quellen direkt abzurufen. Auch Uploads sind über die API möglich, waren allerdings nicht Teil meines Projektes.
Letztlich war es mir möglich einen schönen, stabilen und vor allem überschaubaren Videowall zu schreiben, wobei sich sowohl Stärken als auch Schwächen bei kewego auftaten.
Das Backend: mühsam
Die Pflege von Videos im kewego-Backend stellte sich schnell als eine der größten Zeitfresser im Projekt heraus. Es gibt zwar die Möglichkeit zum Batch-Upload, aber damit endet auch der Komfort. Die Pflege der Metadaten einzelner Videos ist mühsam, die Navigation durch größere Videomengen alles andere als optimal. Viele Dinge machen einfach keinen Sinn, so können Videos z.B. nicht direkt aus einer Playlist heraus bearbeitet werden. Bei hunderten Videos in gut einem Dutzend Playlists wäre das mehr als praktisch gewesen. Das größte Problem ist aber, dass Videos nicht ausgetauscht werden können. D.h. das z.B. Textinhalte erst eingestellt werden können, wenn das finale Video verfügbar ist. Wird es geändert bleibt nur die Löschung des alten Videos und das erneute Einpflegen aller Inhalte. Hier besteht noch großer Entwicklungsbedarf, um den Anforderungen einer professionellen Produktionsumgebung gerecht zu werden.
Die API – funktional
Dank eines sehr einfachen AS3-Videoplayers, den man sich beispielhaft herunterladen kann, gelingt schnell die erste Entwicklung eines eingenen Players. Alle API-calls sind nach einem einfachen Muster aufgebaut, so dass auch der Zugriff auf weitere Inhalte schnell realisert ist. Dennoch sind manche Details der API schwer nachvollziehbar, so müssen z.B. die Details zu einem Video mit den drei einzelnen Serverzugriffen “getThumbnail” und “getDetails” und “getURL” abgefragt werden. Die Möglichkeit, all diese Informationen in einem zu bekommen besteht nicht. Gleichzeitig liefert ein einziger “getVideos”-call in der “Channel”-API gleich die Video-URL, den Titel und einen Thumbnail, den aber nur in der kleinsten größe. Man kann sich denken, wie diese Strukturen historisch gewachsen sind, besonders logisch sind sie nicht.
Die Dokumentation – spartanisch
Wie so viele junge Serviceprovider legt auch kewego nicht besonders viel Wert auf umfassende und logische Dokumentation seine API. Alles wesentliche wird zwar irgendwo gesagt, aber man darf viel suchen und muss darauf hoffen, im Forum passende Threads zu finden. Dass Code-Kommentare durchwegs in französisch sind hilft auch nicht unbedingt weiter.
Fazit – vebesserungsfähig
Es ist sehr interessant, mal einen Video-Player auf einer professionellen Platform aufzusetzen, und kewego war meine erste Gelegenheit dazu. Mit Flexbuilder und AS3 war es auch wirklich ein Vergügen, sauberen Code zu schreiben und die APIs wie aus dem Lehrbuch zu implementieren. ABER: schon nach diesem kurzen Projekt fallen mir eine ganze Reihe Dinge auf, die ich bei kewego verbessert sehen möchte. Das Video-Streaming ist schnell und stabil, aber vieles bei kewego ist einfach noch nicht sauber durchdacht. Es bleibt zu hoffen, dass hier bald Entwicklung stattfindet.
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